Liebe Freunde der Kromfohrländer
Es gelangen nur reinrassige Kromfohrländer in die Zucht. Der Kromfohrländer ist in der glücklichen Lage, als Ausgangsbasis sehr gesunde Ahnen zu haben. „Peter“ war ein erstklassiger Vererber, die Urmutter “Fiffi” erreichte ein biblisches Alter. Die Rasse ist erst nach dem Krieg entstanden. Aus diesem Grunde ist es möglich, die Linien zurück bis zu den Rassegründern zu verfolgen. Durch geschickte Zuchtlenkung und eine strenge Selektion der Zuchttiere nach ihren Gesundheitswerten sehen die Züchter der Kromfohrländer sich in der glücklichen Lage, eine kontrollierte Zucht erfolgreich durchzuführen.
Die Linienzucht stellt aber auch hohe Anforderungen an die Besitzer der Tiere. Um eine Verarmung des Genpools zu vermeiden, was nachhaltige negative Folgen für die Rasse haben könnte, ist es wichtig, dass viele Rüden in die Zucht gelangen. Optimal wäre, um einen möglichst großen Genpool zu erhalten, wenn aus jedem Wurf mindestens ein Rüde in die Zucht gehen dürfte.
Es ist nicht schwierig.
Der Rassezuchtverein stellt die Dokumente für die Körung zum Download bereit.
Körungen
Sie gehen dann zum Tierarzt und lassen die erforderlichen Untersuchungen durchführen und melden Ihren Rüden zur Körung an.
Nach bestandener Körung, was ein sehr angenehmes Ereignis ist, werden die interessierten ZüchterInnen sich vor der Läufigkeit der Hündin bei Ihnen melden.
Wenn alles gut geht, dann wird Ihr Hund zwei Monate später Vater.
Liebe Frau Krupke,
es stimmt sicher, dass die Urahnen vitale und sicher auch heterozygote Tiere waren. Leider ist aber dieses Potential nach über 50 Jahren in einer geschlossenen Population aufgebraucht, auch wenn man noch so viele Maßnahmen ergreift. Man kann es nicht verhindern, dass unter so nahe verwandten Tieren die Heterozygotie ansteigt und Genvarianten für immer verloren gehen. Ich habe in einem vergriffenen Buch einen Artikel über die Kromfohrländer von 1978 gefunden. Da werden die Kromis so beschrieben, dass sie eine straßenköterhafte Vitalität verströmen, nicht so überzüchtet wie Foxterrier sind und ein hohes Alter von 15 bis 17 Jahren erreichen. Können wir das heute noch über unsere Kromis behaupten? Sicher sind nicht alle krank, aber wenn wir ehrlich sind, finden sich doch insgesamt gesehen zu viele Hunde mit gesundheitlichen Problemen, Fruchtbarkeitsstörungen, Deckschwierigkeiten usw.. Im Grunde wird ja auch verleugnet, dass man aus einer ziemlich wilden Kreuzung (Urpeter=Mischling, Fifi sicher auch nicht rassereine Foxterrierin) über viele Generationen vitale Hunde züchten konnte und damals haben sich engstirnige Hundezüchter über die neue Rasse empört. Man müsste sich heutzutage keineswegs auf das Glück der Gründerjahre verlassen. Dass es in anderen Hunderassen auch oft Erbkrankheiten gibt, ist für mich auch kein Grund beruhigt zu sein. Aber immerhin tut sich etwas, der FCI genehmigt auch seit neuesten die Verparrung unter nah verwandten Rassen.
Mit freundlichen Grüßen
Sigrun Bennemann
Liebe Frau Dr. Bennemann,
nicht von ungefähr haben wir uns für die Rasse der Kromfohrländer entschieden. Immerhin gibt es einen Zuchtverein, der die Zucht steuert. Das hat schon zu einer Zeit begonnen, als andere Zuchtvereine noch nicht daran dachten, mit Gesundheitsdaten zu arbeiten.
Es ist nun zu überlegen, auf welche autorisierten Daten der Artikel in Ihrem Buch (Hans Räber?) sich bezieht. Es war in den Jahren vor Erscheinen des Buches (1978) nicht üblich, Daten über Hunde zu melden. Weder kranke noch gesunde Hunde noch das Sterbedatum. Der Zuchtverein wäre sicherlich sehr interessiert daran, solche abgesicherten Daten zu erhalten.
Auf die einzelnen Punkte (Fruchtbarkeitsstörungen, Deckschwierigkeiten usw.), die sich auf den angeblichen Verlust von Genvarianten beziehen, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da das bloße Vorhandensein dieser Faktoren nicht den Rückschluss auf eine Überzüchtung zulässt.
Straßenköterhafte Vitalität besitzen ja, da wir inzwischen wissen, dass die Mischlinge nicht gesünder sind als die Rassehunde, wohl nur diejenigen Straßenhunde, die sich auf den Straßen ausgemendelt haben (vielleicht).
Da wir uns über die Herkunft der Kromfohrländer sehr einig sind, empfehle ich die Lektüre des Beitrags „Hybridhund“ in Wikipedia. Dort befinden sich im Punkt Genetik im letzten Absatz zwei sachliche Fehler.
1. Der Kromfohrländer ist nicht durch Hybridisierung zweier Hunderassen entstanden.
Urpeter galt als Mischling bis er Ende der 80er Jahre per Abstimmung in der Mitgliederversammlung zum Griffon Vendéen geadelt wurde. Es gab 8 Gegenstimmen. Das ist belegt durch die Dokumente des RZV und Aussagen von Mitgliedern, die bei der Abstimmung zugegen waren.
2. Es wurde nicht ein Foxterrier eingekreuzt. Der „eingekreuzte“ Hund stammte aus der Zucht der Frau Schleifenbaum, war also ein Kromfohrländer, mit dem bisher nicht gezüchtet worden war.
Das ist belegt
- durch Personen, die mit Frau Schleifenbaum darüber gesprochen haben. Es besteht die Bereitschaft, diesen Sachverhalt zu beeiden.
- Hans Räber bezweifelte ebenfalls die Einkreuzung eines Foxterriers und begründet das auch. s. dort.
Leider pflanzen sich diese Fehlinformationen mittlerweile bis in Dissertationen und Diplomarbeiten fort.
Schade, denn auch hier fehlt die gründliche Recherche.
Der FCI genehmigt nach meiner Informationen das Kreuzen zwischen den Varietäten einer Rasse.
Für den Kromfohrländer würde das heißen: kreuzen zwischen Rauhaar und Glatthaar.
Sollte es jemandem gelingen, zu 100 % gesunde Tiere zu züchten, dann hat er den Stein der Weisen gefunden. Bisher ist nach meinen Informationen solches nicht möglich.
Bis dahin gilt:
Einfach mit gesunden Hunden züchten, sich mit der Genetik und der Peripherie der Zuchthunde beschäftigen. Kontrolle der Ahnen und Nachzuchten, soweit es möglich ist.
Das Kreuzen von Kromfohrländern mit anderen Hunderassen sehe ich als Tierversuch.
Ute Krupke mit Candy